Beschlossen, der Hund bekommt nur noch unterwegs zu futtern

Ab sofort wird nur noch unterwegs gefüttert oder als kleine Belohnung, wenn im Haus gerade etwas gut geklappt hat. Doch hier kommen wir zu dem nächsten größeren Problem, der in unseren Augen ein ziemlich großes Problem darstellt.

Wie verteilt man so viel Futter unterwegs?

Jetzt standen wir vor dem Problem, wie stellen wir es an, 900 Gramm Trockenfutter an einem Tag beim Spazierengehen zu verteilen. 900 Gramm sind verdammt viel Trockenfutter. Das sind zwei große Mettallnäpfe:

 

Neunhundert Gramm Trockenfutter

Neunhundert Gramm Trockenfutter

Wir sind beide berufstätig. Gut, das wussten wir vorher. Wir haben jedoch den schönen Vorteil, dass wir unsere Arbeitszeiten relativ gut selber einteilen können. Dennoch muss der Hund morgens, mittags, spät nachmittags und abends raus zum Spazieren gehen.

Die Anzahl der Spaziergänge ist also schon relativ groß. Das Problem ist die Länge. Um so viel Trockenfutter zu verfüttern,  muss man ziemlich viel unterwegs sein. Jetzt ist auch noch zu bedenken, das Cassie im Wachstum ist und noch keine längeren Spaziergänge durchführen darf. Unabhängig davon, dass die Irischen Wolfshunde generell nicht so lange Spaziergänge verkraften. Das sind nun einmal mehr Sprinter als Dauerläufer.

Wie viel Zeit haben wir eigentlich?

Wenn wir uns das zeitlich einmal vor Augen führen: Pro Lebensmonat wird fünf Minuten pro Spaziergang empfohlen und das maximal drei mal am Tag (eher etwas weniger). Das heißt bei sechs Monaten maximal dreißig Minuten pro Spaziergang.

Sehen wir uns die Zeiten an, morgens zehn Minuten, mittags dreißig Minuten, spät nachmittags zwanzig Minuten und abends zehn Minuten. Also von den einzelnen Spaziergängen kommen wir locker hin und überfordern den Hund nicht.

Bleiben uns insgesamt eine Stunde und zehn Minuten um 900 Gramm Trockenfutter zu verteilen.

Auf los geht’s los

Die erste Zeit ist wirklich sehr gewöhnungsbedürftig. Mit einem einzigen Fressbeutel kommen wir nicht bei dem längeren Spazierengehen aus. Hier haben wir jetzt immer einen zweiten dabei.

Jedesmal, wenn sie gut bei Fuß läuft, bekommt sie ein wenig Tockenfutter als Belohnung. Sobald wir eine mögliche Ablenkung sehen, erhöhen wir die Menge in der Hand. So merkt sie sofort, hui hier kann ich richtig etwas absahnen.

Die ersten Erfolge

Die ersten Erfolge stellen sich ein. Es ist nicht mehr ganz so schlimm wie vorher. Die Ablenkung klappt bis zu einem gewissen Grad. Jedoch, wenn wir die Situation zu spät erkennen, ist Hopfen und Malz immer noch verloren.

Dennoch funktioniert das Spaziergenen an der Leine deutlich besser. Sie läuft wesentlich besser, wenn wir bei Fuß laufen.

Das Hauptproblem bleibt bestehen

Wir stehen aber immer noch teilweise vor den selben Problemen. Sobald eine Ablenkung kommt und wir es nicht rechtzeitig erkennen, ist es sehr schwer, Cassie zu bändigen. Selbst wenn wir es rechtzeitig erkennen, ist die Neugierde und der Spieltrieb mit anderen Hunden zu spielen, noch sehr groß.

hund im wald

Also was machen wir falsch?

Noch einmal mit dem Hundetrainer sprechen. Und wieder dieselbe Leier…

  • Der Hund braucht nicht jeden Tag die volle Portion
  • Nein der verhungert nicht
  • Hunde sind Tiere, die können einen oder zwei Tage ohne Futter leben
  • Die fressen dann, wenn es es wieder etwas zu fressen gibt
  • Ja, die können auf Vorrat fressen
  • Ja, die sind es von Geburt aus gewöhnt so viel zu fressen wie es geht (sonst würde es nicht so viele dicke Hunde geben)
  • Nein, Hunde sind keine Menschen, die regelmäßig Futter brauchen
  • usw…

Also was machen wir noch falsch

Wir haben versucht jeden Tag die 900 Gramm zu verfüttern!

Wir haben Sie immer mit großen Portionen aus der Hand belohnt. Wenn Sie etwas richtig gut gemacht hat, hat sie auch einmal schnell zwei oder drei Hände voll bekommen.

Hand mit Trockenfutter nachher Hand mit Trockenfutter vorher

Bilder: Hand mit Trockenfutter vorher und nacher

Was grundsätzlich alles nicht falsch ist. Nur das Verhältnis hat nicht gestimmt.

Sie bekam es einfach zu regelmäßig. Sie konnte sich darauf verlassen, wenn sie einmal nicht hört, ist nicht so schlimm. Gleich bekomme ich auf jeden Fall wieder etwas zu fressen.

Das ist etwas, woran wir überhaupt nicht gedacht haben. Uns war wichtig, dass sie immer ihre 900 Gramm bekommt. Schließlich bekommt  der Hund das nicht geschenkt, sondern als Belohnung. Das hier eine gewisse Gleichmäßigkeit wie beim Fressen morgens, mittags und abends ist…

Jetzt aber einmal richtig

Weg von den Gedanken die 900 Gramm zu verteilen. Der Hund bekommt so viel wie er verdient. Wenn es einmal mehr als 900 Gramm ist, in Ordnung. Ist es einmal wesentlich weniger, ist es auch in Ordnung. Wir werden nur ihr Gewicht etwas im Auge behalten. Wobei das tun wir sowieso mit der wöchentlichen Aktualisierung unter Entwicklungstand.

Es funktioniert…

Es ist wahr, es funktioniert wirklich. Nach zwei, drei Tagen wurde der Hunger so groß, dass die Hundebegegnungen wesentlich besser wurden. Sie merkt sofort, wenn etwas mehr in der Hand ist und vergisst alles andere. Nur ab und an, wenn es ein alter „Freund“ ist, besiegt der Spieltrieb den Hunger. Aber das ist bei weitem nicht so schlimm wie vorher. Mit dem einfachen „Fuß“ oder „Komm“, ist sie meistens sofort wieder bei der Sache.

Auch das Wissen über das Gewicht. Wenn wir uns den wöchentlichen Entwicklungsstand anschauen, hat sie trotz des wenigeren Futters, immer noch jede Woche zugenommen und das obwohl sie teilweise nicht gewachsen ist!

Ausnahme ist hier die letzte Woche, hier ist das Gewicht gleich geblieben. Was daran auch liegen mag, dass uns am Wochenende das Futter ausgegangen ist und sie von unserem Westie ein wenig abgekommen hat, aber nur sehr wenig 😉

Fazit

Es funktioniert mit dem Füttern nur unterwegs, nur es muss konsequent durchgeführt werden. Wenn einem das Gewissen plagt, einfach einmal auf das Gewicht achten. Die Hunde finden immer irgendwo etwas zu fressen, selbst wenn es nicht das Hundefutter ist. So schnell verhungern sie nicht. Dennoch sind wir sehr froh, wenn das Jahr vorbei ist und sie etwas mehr auf die Rippen bekommt. Darüber machen wir uns immer noch viele Gedanken. Aber leider müssen wir jetzt alle dadurch. Wir möchten schließlich alle zufrieden sein!

3 Kommentare

  • Einfach eine tolle Sache! Haben wir auch mal eine Zeitlang gemacht. Allerdings sind es bei uns nur 70 Gramm die verfüttert werden müssen 😉

    Lieben Gruß

    Jasmin und Bailey

    • Herrchen Herrchen

      Siebzig Gramm sind recht übersichtlich, würden uns auch gefallen. Aber ist nicht mehr lange, drei vier Monate noch, dann haben wir es geschafft 🙂

  • Was für den Menschen das Gehalt ist dass er für seine Arbeitszeit also Ansporn bekommt – ist für den Hund die Futterbelohnung. Wir haben allerdings auch keine 900 g sondern sin da eher so im mittleren Feld bei ca. 200 g. Unsere Hunde bekommen dies auch über den Tag verteilt beim laufen oder trainieren, und das was übrig bleiben sollte gibt es dann zum Abendessen. So handhaben wir es. Viele Grüße Victor

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